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Codeplug für das RT-3, Aufbau und Anwendung

Stand: 19.09.2017

Dieser Beitrag widmet sich dem Codeplug für das RT-3, von Retevis, oder auch kompatiblen Geräten, wie dem MD380/390..., und deren Einsatz bzw. Anwendung am Beispiel für der Region Reutlingen. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Anwendung im Brandmeisternetz.

Bei der Erstellung des Codplugs wurde großer Wert darauf gelegt, dass er einerseits alles das enthält, was im Raum Reutlingen, OV P07, auf dem 70 cm Band gebraucht wird. Das sind u.a. die analoge Relais, Ortsfrequenzen und natürlich auch die DMR-Einträge. Das Ziel bei der Erstellung des CP ist, mit möglichst wenigen Tastenbedienungen das Gewünschte zu erreichen. Ursprünglich stammt dieser Codeplug von Ralf, DL9SK, der ihn freundlicherweise als Basis für diesen CP zur Verfügung gestellt hat.

Der aktuelle Codeplug steht unten zum Download bereit. Nach dem Download muss noch das eigene Rufzeichen und die ID eingetragen werden.

 

 

Aufbau:

Ein paar Dinge, die von Anfang an bei der Erstellung eines Codeplugs beachtet werden sollten sind:

- Einfache und übersichtliche Bedienungsmöglichkeit

- Vermeiden von langem "Getippe" um eine andere Zone oder einen Kontakt zu wählen

- Logisch sortierte Einträge in den Zonen und Kontakten

- Zusammenfassen von oft genutzten Stationen am Anfang oder am Ende der Liste, dadurch schnelle Navigation im Menü

- Gruppierung analoger Relais, Ortsfrequenzen und DMR-Einträge

- Deutliche Kennzeichnung der verschiedenen Netze

 

 

Handhabung:

Unter Handhabung sollen grundlegende Dinge zur Bedinung und Einstellung des Gerätes im BM-Netz erklärt werden.

 

Grundeinstellung

Auf der Seite RT-3 von Retevis sind die Grundeinstellungen aufgeführt.

 

Navigation im RT-3

Die Liste der Zone enthält zur Zeit ca. 130 Einträge. Durch geschickte Einrichtung des CPs, wie oben beschrieben, kann die Navigation erheblich erleichtert werden. Im CP sind aus diesem Grund die ortsgebräuchlichen Frequenzen am Ende der Liste im Menü Zone abgelegt. So gelangt man schnell mit der Pfeil-nach-oben-Taste zum Ende der Liste und dann zur gewünschten Einstellung. Ebenso mit der Pfeil-nach-unten-Taste  von dieser Einstellung zum Anfang der Liste. Dadurch ergibt sich auch eine gute Trennung zwischen den oft genutzten (unten) und den anderen Stationen am Anfang.

Die Liste im Folgenden soll dies auszugsweise verdeutlichen

 Liste im Menü Zone 
    
 Anfang der Liste    
  BM RegS 26270    
  BM RegS Nord    
  BM RegS Sued    
  ...    
     
  ARel 438.500 analoge Relais VFO mit jeweils 16 analogen Frequenzen, im Raster von 12,5 kHz, Ablage -7,6 MHz
  ...  
  ARel 439.300  
      VFO mit jeweils 8 digitalen Frequenzen für TS1 und TS2 im Raster von 12,5 kHz
  DRel 438.000 DMR Relais Ablage -7,6 MHz
  ...  
  DRel 439.800   Ablage -9,4 MHz
  ...    
  DRel 439.9875  
  PMR PMR-Kanäle PMR1..16, analog
  DMR Dir S1-G1   DMR-Anruffrequenz und 7 DMR-Direktfrequenzen
  DMR Dummy   Hier kann eine beliebige Station über das Menü Utilities - Program Radio eingestellt werden.
  ARel Dummy   Hier kann eine beliebige Station über das Menü Utilities - Program Radio eingestellt werden.
      Passwort: 00000000
  FM Direkt OV-Frequenzen FM C, FM P07, FM ATV, FM P12
  FM Relais analoge Relais der Region DB0TI, BB0MTZ, DB0NZZ ...
  FMS Reutlingen BM-Zugang Reutlingen TG1: WW91, EU92, DACH920, DL262
      TG2: BW2627, Reg S, Reg Ne-Alb, Reg Swald, Reg Herrenbg, Reg 8, LOC 9
  NZZ Tuebingen BM-Zugang Tübingen TG1: WW91, EU92, DACH920, DL262
      TG2: BW2627, Reg S, Reg Ne-Alb, Reg 8, LOC 9
  Spot1 433.6125 Zwei Hotspots  
  Spot2 433.6250   alternativer Hotspot
Ende der Liste  

 

 

Zonen

Die Kennzeichnung der Zonen ist folgendermaßen:

Netzart - Rufzeichen-Suffix - Kurze Bezeichnung

Brandmeister: BM oder nur die letzten Zeichen des Rufzeichens (Beispiel: FMS Reutlingen)

DMR +: + (Beispiel: +SKF FDS)

DMR-MARC: # (Beispiel: #FEU Feuchtwang)

FM: Analoges Netz (Beispiel: FM Relais)

 

Promiscuous - Einstellung

Promiscuous (freizügig) stellt eine Art Filterfunktion zur Verfügung, die im Menü Utilities-MD380Tools eingestellt werden kann. Ist diese Funktion eingeschaltet, Enable, dann werden alle Filterfunktionen im Gerät aufgehoben und es kann der gesammte Funkverkehr (alle TGs), der auf dieser Frequenz abläuft mitgehört werden, auch dann, wenn man sich in einer anderen TG befindet. Eine Verbindungsaufnahme mit der anderen Station kann aber nur dann durchgeführt werden, wenn man sich in der gleichen TG befindet.

Unter lastheared (zuletzt gehört) wird die User-ID und die TG der anderen Station angezeigt. Die neue Firmware ab Mitte Juli '17 gibt einem die Möglichkeit, durch die Taste 3, diese TG zu übernehmen. Kontrollieren kann man dies auch über das Rote Menü (rote Taste). Alternativ lässt sich die TG auch im Roten Menü einstellen.

Einstellen einer TG im Roten Menü ---> rote Taste drücken, blauen Balken nach unten auf TkGrp bewegen, mit der grünen Taste bestätigen, um die jetzt rot angezeigte Talkgroup (TG) zu ändern. Nach der Änderung muss die neue TG mit der grünen Taste bestätigt werden.

Ein kleiner Nachteil dieser Einstellung darf nicht unerwähnt bleiben. Dadurch, dass Alles gehört werden kann, hat man selbst, vorallem dann, wenn keine ausreichenden Pausen gelassen werden, Schwierigkeiten in ein bestehendes QSO einzusteigen, bzw. in einer anderen TG ein eigenes QSO zu beginnen.

 

Eine Verbindung aufbauen (DMR)

Nach der Auswahl des gewünschten DMR-Relais und einer TG, kann die Verbindung aufgebaut werden. Durch Drücken der PTT-Taste wird die eigene Kennung (User-ID) ausgestrahlt und wenn das Relais erreichtbar ist, sollte auf dem LCD eine Hörer mit Pfeil und wenn Mic bargraph aktiviert ist, auch die Aussteuerung angezeigt werden.

Ist das Relais nicht erreichbar, erhält man einen "negativen" Quittungston.

 

Echoserver nutzen

Ähnlich wie bei EchoLink, kann durch die Echofunktion die eigene Funkverbindung überprüft werden. Hierzu geht man folgendermaßen im Brandmeister-Netz (BM) vor:

Eine TG im BM-Netz einstellen, ausser TG9, diese wir nicht ins Netz weitergeleitet und nur lokal ausgestrahlt. Danach wählt man über das Menü Contacts aus und bestätigt dies mit der grünen Taste (Confirm) zweimal. Daraufhin erscheint eine Liste der Kontakte (Contact), in der man den zweiten Eintrag BM Echo/Funkruf auswählt. Jetzt wird nicht bestätigt, sonder die PTT-Taste gedrückt gehalten um die Testssendung auszustrahlen. Nach kurzer Zeit sollte sich der Echoserver mit der aufgesprochenenTestsendung zurückmelden.

 

Einen direkten Call durchführen

Eine andere Station kann, sofern sie sich im gleichen Netz eingelogt befindet, direkt angerufen werden. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die eine geht über das Menü Contacts, in der ein bestehender Kontakt aus einer Liste ausgewählt wird. Die andere Möglichkeit besteht darin, dass unter Contacts ein neuer Kontakt (New Contact) erstellt wird.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass man im Menü unter Contacts - Contacts - User auswählen, Confirm - Call Alert, Confirm - Ruf geht raus und erreicht gewünschten User, wenn er im Netz ist, kein PTT nötig! Angezeigt wird dies durch "Call Alert Succsessful". Beim angerufenen User erscheint die Meldung "Private Call". Ist der User nicht erreichbar, wird eine Fehlermeldung zurückgegeben und unter Missed - Missed List, wird der nicht erreichte User eingetragen.

 

Eine mail versenden

 Hier gibt es zur Zeit noch Probleme. Bisherige Versuche führten noch nicht zum Erfolg.

 

Talkgroups (TG)

Die Talkgroups (Sprechgruppen) bieten die Möglichkeit, die verschiedenen QSOs zu kanalisieren und dadurch im Netz übersichtlicher zu gestalten. Im Brandmeisternetz (BM) werden die beiden Zeitschlitze (Timeslot = TS), TS1 und TS2, mit zugeordneten TGs belegt. In der folgenden Übersicht soll das kenntlich gemacht werden:

 

TG (TS1)     TG (TS2)  
WW91 Weltweit   BW2627 Baden-Württemberg, TG 2627
EU92 Europa   Reg S Region Stuttgart, TG 26270
DACH920 Deutschland, Österreich, Schweiz   Reg Ne-Alb Region Neckar-Alb, TG 26276
DL262 Deutschland, TG 262   Reg Swald Region Schwarzwald
      Reg Herrenbg Region Herrenberg
      REG 8 TG8
      LOC 9 Lokal, TG9

 

 

Anmerkung zu TGs

TG Neckar-Alb: Diese TG ist seit kurzem als Cluster auf dem Reutlinger, DB0FMS und dem Tübinger Relais DB0NZZ eingetragen worden und verbinden dadurch diese beiden Stationen. Im Codeplug/RT-3 kann die Einstellung für diese Relais in der entsprechenden Zone durch die Channel-Einstellung gewählt werden.

TG8: Diese TG nimmt eine Sonderstellung ein. Ist ein Cluster, wie z.B. Neckar-Alb, an einem Relais eingerichtet, kann ein Gespräch auf diesen Relais, die im selben Cluster angemeldet sind, durchgeführt werden. Gespräche bleiben verbleiben innerhalb dieses Clusters. Möchte man von Aussen diesem Cluster beitreten, wird die entsprechende Cluster-Nummer (hier 26276) als TG gewählt.

 

 

Eine Frequenz einstellen

Um eine neue Frequenz einzutragen, werden die sogenannten Dummy-Einträge in der Zonen-Liste verwendet. Im Menü Utilities - Program Radio können die erforderlichen Einstellungen, je nach Betriebsart, nach der Eingabe des Passwortes (00000000) durchgeführt werden. Zu beachten ist hierbei, dass für das DMR-Relais (DMR Dummy) für jede Talkgroup die Einstellung gesondert durchgeführt werden muss. Color Code, Timeslot und die Talkgroups sind für Brandmeister schon voreingestellt und können bei Bedarf angepasst werden.

 

 

Tastenbelegung (Codeplug)

Tastendruck kurz lang
Taste 1 links oben Scan On/Off 1750 Hz
Taste 2 links unten High/Low Power Monitor (Squelch)

 

Tastenbelegung (ab Firmware, ca. Ende August 2017)

Taste (Tastenfeld)  
wenn Netmonitor ein - MD380Tools - DMR
1..6 Netmon ein
# Netmon aus
  
wenn Netmonitor aus - MD380Tools - DMR
# Manual Dail
0..9, *, #, A..D obere Tastenreihe Aussendung durch PTT
  Abbruch, 10 s warten

 

Glossary

BM: Brandmeister-Netz, eines der haupsächlich genutzen Netze für DMR

Cluster: Ein Cluster ist ein Verbund von zwei oder mehr Staionen. Beispielsweise DB0FMS, Reutlingen und DB0NZZ, Tübingen. Im BM-Dashboard werden solche Verbindungen angezeigt.

Codeplug: CP. Der Codeplug enthält alle Einstellungen, die nötig sind, um mit dem Funkgerät Betrieb zu machen. Dazu gehören u.a. die Frequenzen, Tastenbelegungen, Kontakte, User-ID, Rufzeichen... Zur Erstellung werden sogenannte Codeplug-Editoren verwendet.

Color Code: CC. Ein Filterwelches im DMR-Netz verwendet wird. In Deutschland wird vorwiegend CC = 1 verwendet. In anderen Ländern kann dies auch abweichen z.B. Schweiz.

DMR: Digital Mobile Radio (Digitaler Funk), stellt eine digitale Betriebsart - einen Übertragungsstandart dar.

Dummy: Ein Eintrag in der Frequenzliste des Codeplugs, der den nachträglichen Eintrag einer nicht aufgeführten Station ermöglicht.

Firmware: Ist eine gerätespezifische Software die zum Betrieb des Funkgerätes benötigt wird. Für die MD380/MD390 kompatiblen Geräte wie z.B. das RT-3 gibt es speziell für den Amateurfunk angepasste experimentelle Software.

Die Experimentelle Firmware kann u.a. hier heruntergeleden werden.

digitale Netze: Brandmeister (BM), DMR+ (Hytera-Netz), DMR MARK. Die CQ DMR Map gibt hierzu einen sehr schönen Überblick. Die Seite Find-DMR gibt die, um den eigenen Standort befindlichen Stationen mit Netzangabe aus.

Kontakte: (Contacts) Neben den Talkgroups sind auch Kontakteineinträge in dieser Liste.

Private Call: Ein privater Anruf an einen bestimmten User s.o.

Promiscuous: siehe oben.

Reflektoren: Im Brandmeister-Netz werden fast keine Reflektorn eingesetzt. Im DMR+ werden Reflektoren ähnlich wie bei D-Star verwendet.

TG: Talkgroup (Sprechgruppe) eine Einteilung der verschiedenen Verbindungsmöglichkeiten zur Kanalisierung bzw. zur Gruppierung von QSOs. Diese sind vom verwendeten Relais abhängig. Es gibt drei Arten, statische, dynamische und geplante statische TGs.

Timeslot: TS, Zeitschlitz. Im DMR-Betrieb werden zwei Zeitschlitze, TS1 und TS2 verwendet, das bedeutet, dass zwei Gespräche über eine Verbindung gleichzeitig geführt werden können.

UserDB: Dies ist ein Datenbank, die in das Gerät geflasht werden kann. Über diese Datei kann die User-ID das Rufzeichen und weitere Informationen hinzugefügt werden, die dann im Display im DMR-Mode ausgegeben werden.

User-ID: Ist eine internationale 7-stellige Kennung, die in digitalen Netzen eine eindeutige Zuordnung der zu übertragenen Informationen, Gesprächen..., ermöglicht. Eine Registrierung ist hier für lizenzierte Funkamateure möglich.

VFO: Variable frequency oscillator, Oszillator mit veränderbarer Frequenz. Im Codeplug wird ein sogenannter "quasi VFO" benutzt. Das ist eine Liste von Frequenzeinträgen, gemäß Frequenzplan, im 12,5 kHz-Raster, die die "Abstimmbarkeit" des Gerätes ermöglichen.

Zone: Hier stehen die Stationen, die im Codeplug angelegt sind.

 

 

 

Download:    
(19.09.2017)   Codeplug für die Region Reutlingen
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