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Teil I, Drehgeberanbau an D6000 hs

Seit einiger Zeit sind Umbausätze zur Aufrüstung der D6000 Drehmaschine auf alternatieven CNC-Betrieb vom Hersteller der Maschine (WABECO) erhältlich. Dadurch vereinfacht sich der Umbau der Drehbank wesentlich und kann so in relativ kurzer Zeit durchgeführt werden. In den folgenden drei Umbaubeschreibungen soll dies ausführlich bebildert beschrieben werden.

Beim Umbau sind die einschlägigen Sicherheitsbestimmungen einzuhalten! (Netzstecker ziehen! ...)

Im 1. Teil dieser Anleitung wird der Anbau eines Drehgebers an die Drehbank D6000 hs (WABECO) beschrieben. Das ist sicher der aufwändigste Teil der drei Beschreibungen, denn für den Einbau des Drehgebers muss der Schaltkasten, hinter den Spindelstock, demontiert werden, um den Ausschnitt und die Langlöcher für den Drehgeber anzubringen. 

Nun aber zum Umbau im Einzelnen.

 

 

D6000 hs mit geöffnetem Getriebedeckel

Nach den entfernen der Abdeckhaube mit dem dazugehörenden Spezialschlüssel, wird zuerst der Poly-V-Riemen vom Motor und der Hauptspindel entfernt.

Einstellung des Poly-V-Riemens

Hierzu muss die Spannvorrichtung gelöst werden, indem man die beiden Muttern, links im Bild, löst. Danach kann der Motor leicht zur Maschine hin gedrückt werden und der Riemen von der Riemenscheibe abgenommen werden.

Bedienelemente der D6000 hs

Das Schaltergehäuse wird durch Herausschrauben der zwei Schrauben auf der Rückseite geöffnet, dann wird der Drehknopf des Drehzahleinstellers nach Entfernen der Abdeckkappe gelöst und abgenommen.

CNCD6000hs IMG 4037

Nach dem Lösen der Poti-Mutter wird dieses nach Innen aus der Bohrung genommen.  Danach können die beiden Stecker vom Sicherheitsschalter (links) abgezogen werden.

Kontakte am Notausschalter

Die Schalteinsätze (rot) des Notausschalters lassen sich durch leichtes Spreizen der Halterasten (schwarz) am Schaltergehäuse herausnehmen. 

PE-Anschluss am Gehäuse

Jetzt sind noch die beiden PE-Leitungen (Schutzleiter gelb/grün) vom Gehäuse zu entfernen.

Demontage des Schalters

Der Schalter wird nach vorne aus dem Schaltergehäuse gedrückt. Hierfür sollten die Klemmbügel am Schalter etwas zusammengedrückt werden.

Anschlussbelegung des Schalters

Jetzt können auch die Stecker vom Schalter abgezogen werden. 

Anschlussbelegungen

Nun kann die Rückwand des Schaltergehäuses zur Seite gelegt werden.

Sicherheitsschalter für die Schutzhaube

Danach werden die drei oberen Inbus-Schrauben gelöst, die Mittlere sollte noch nicht ausgebaut werden, um das Gehäuse vorerst noch zu halten, bis die drei unteren Schrauben herausgeschraubt sind.

Verschraubung des Gehäuses am Spindelstock

Zum Ausbau dieser drei Schauben muss der Motor so weit wie möglich nach hinten geschwenkt werden, um gemügend Platz für den Ausbau zu erhalten.

Demontiertes Gehäuse

Das Schaltergehäuse wird nach dem Entfernen der letzten Schaube (oben) abgenommen... 

Gehäuse ausgebaut

... und zur Bearbeitung vorbereitet.

Die Verwendung einer Schablone, wie im Folgenden gezeigt, ist sicher nicht die konventionelle Methode, aber das Ergebnis lässt sich zeigen und ist hinreichend genau genug.

Schablone für Ausschnitt Drehgeber Die auf den Massstab 1:1 hochkopierte Zeichnung mit der Bemassung des Ausschnittes wird als Schablone für die Langlöcher und den Durchbruch verwendet, der später den Drehgeber aufnehmen wird. Um ein Ausfranzen der Schablone zu verhindern, wird diese mit Tesafilm beklebt.  
Bohren des Drehgeber-Ausschnitts

Der Ausschnitt wird grob vorgebohrt und dann mit einer kleinen Rundfeile (Schlüsselfeile) oder einem kleinen Sägeblatt herausgetrennt.

Gebohrter Drehgeber-Ausschnitt

Ebenso werden die Langlöcher gefertigt.

Fertiger Drehgeber-Ausschnitt

Der Durchbruch zur Montage des Drehgeber nach der Bearbeitung.

Bearbeitung des Drehgeberflasches

Der Flansch des Drehgebers muss, wie links gezeigt, noch nachbearbeitet werden, weil ein von der Zeichnung etwas abweichender Einbau eines Versteifungswinkel sonst den Einstellbereich des Drehgebers behindern würde.

Fertig bearbeiteter Drehgeberflansch

Der angepasste Flansch mit den beiden Fräsungen im Winkel von 90°.

Fertige Ausschnitte im Gehäuse für den Drehgeber

Das Gehäuse mit den Ausschnitten von Aussen. 

Innenseite des Ausschnittes im Gehäuse

Hier, auf der Innenseite des Gehäuses lassen sich die beschränkten Platzverhältnisse gut erkennen. Auch eine Schweissnaht rechts in der Kante muss entfernt werden.

Drehgeberflansch im Gehäuse

Die "Bewegungsfreiheit" des Flansches wird überprüft.

Eingebauter Drehgeber

Fertig! Der Drehgeber passt wie vorgesehen und das Gehäuse kann wieder mit der Rückwand des Spindelstocks verschraubt werden.

Lösen der Riemenscheibe am Motor

Als Nächstes wird jetzt die Verschraubung der Riemenscheibe gelöst, so dass sie von der Motorachse abgezogen werden kann.

Riehmenscheibe am Motor

Die entfernte Verschraubung der Riemenscheibe. 

Demontierte Riemenscheibe

Jetzt wird noch der Nutstein herausgenommen, damit die benötigte Distanzscheibe (3 mm) auf die Motorwelle aufgesetzt werden kann.

Distanzscheibe auf der Motorwelle

Hier ist die Distanzscheibe (3 mm) bereits eingebaut. Nun wird die Riemenscheibe wieder montiert.

Hauptspindel vor Umbau

So sieht die Hauptspindel vor dem Umbau aus. Die zwischen der Riemenscheib und dem Zahnrad liegende Distanzhülse (17 mm) wird durch eine Zahnriemenscheibe (12 mm) und eine kleinere Distanzhülse (8 mm) mit angedrehtem Bund (zusammen 20 mm) ersetzt.

Lösen der Sicherungsschrauben

Die drei Stiftschrauben werden mit einem auf ca. 8 mm gekürzten 3 mm Inbusschlüssel geöffnet. Danach lässt sich die Einstellmutter mit geringer Kraft mit einem Scherenschlüssel aufschrauben und die Riemenscheibe, sowie die Distanzhülse kann ausgebaut werden. Alternativ zum Scherenschlüssel können auch zwei Stahlstifte oder Bohrerschäfte mit 5 mm Durchmesser verwendet werden.

Montage des Zahnriemenrades

Die neue kürzere Distanzhülse (8 mm) wird mit dem abgedrehten Bund in Richtung Drehbankfutter eingesetzt, danach folgt die Zahnriehmenscheibe (12 mm), wie im Bild links gezeigt.

Montage der Riemenscheibe auf der Hauptspindel

Nun wird die Riemenscheibe wieder auf die Hauptspindel geschoben und mit der Einstellmutter so verschraubt, dass sich die Hauptspindel spielfrei, leicht von Hand drehen lässt. (s.a. Handbuch, Nachjustierung Hauptspindel) 

Montage des Zahnriemens

Der Zahnriemen zum Drehgeber wird einbaut und eingestellt, dabei darf das Zahnriemenrad des Drehgebes natürlich nicht am Gehäuse schleifen. 

Einstellmutter auf der Hauptspindel

Jetzt wird die Einstellmutter wieder mit den drei Stiftschrauben auf der Spindel gesichert. Nun befinden sich die Riemenscheiben der Hauptspindel und die des Motors 3 mm weiter aussen. Dadurch wird erreicht, dass der Antriebsriemen für den Drehgeber genügend Platz zur Verfügung hat.

Drehgeber und Motor mit Riemen

Nach dem Einbau der neuen Komponenten sieht das Ganze nun so aus.

 Riemen an der Hauptspindel

Noch ein Blick auf die beiden Riemen.

 Schaltereinbau

Nun wird die Elektrik wieder eingebaut und auf richtige Verdrahtung geprüft.

Montage der Schaltereinsätze am Notausschalter

Die Schaltereinsätze des Notausschalters werden wieder in die Aufnahme eingerastet, der Drehzahleinsteller montiert und ...

Einbau und Anschluss von Poti, Sicherhaltsschalter und PE

... der Sicherheitsschalter angeschlossen. Nicht zu Vergessen sind die beiden PE-Leitungen, die wieder mit dem Massepunkt des Gehäuses verschraubt werden müssen.  

Einstellen des Exzenters der Schutzhaube

Vor dem Verschliessen des Schaltergehäuses muss noch die elektrische Verriegelung der Schutzabdeckung korrekt durch entsprechendes Drehen des Exzenters eingestellt werden. (Die Schutzhaube ist hier heruntergeklappt)

Nach der Überprüfung der mechanischen, sowie elektrischen Sicherheit ist dieser Teil des Umbaus abgeschlossen.

 

 

Links:
Teil II 2. Teil, Anbau des Z-Antriebs
Teil III 3. Teil, Anbau des X-Antriebs
Teil IV
4. Teil, Umbauanleitung - Elektrik/Elektronik
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